Es ist
kurz davor dunkel zu werden, als ich ankomme. Der fette Heinz, die
Urlaubsvertretung vom Chef, will gerade nach Hause gehen. Als er mich auf das
Gelände fahren sieht, bleibt er stehen und ruft mir etwas zu, was ich nicht
verstehe.
»Was
sagten Sie?« frage ich.
»Ich
dachte, Sie würden nicht kommen!«
»Ich
doch nicht! An so einer Nacht bleibe ich doch nicht zu Hause!«
»Sie
radeln bei der Kälte?«
»Frische
Luft macht munter, Herr Hartler, und außerdem tut etwas Bewegung gut. Ihnen
würde es auch nicht schaden!«
Herr Hartler
hat schon zwei Mal einen Herzkasperl in den letzten paar Monaten erlitten und
war lange Zeit krank geschrieben. Dann hat er es zu Hause nicht mehr
ausgehalten und fing wieder an zu arbeiten. Ich gehe langsam auf ihn zu. Er
lächelt, was nicht sehr oft vorkommt und macht einen ruhigen und ausgeglichenen
Eindruck.
Die
Tankstelle ist wie ausgestorben. Außer uns beiden und den zwei Tankwarten ist
kein Mensch da. Einige Taxen stehen noch herum. Alles scheint so verschlafen und
ruhig. Ich hole mir bei Herrn Hartler den Schlüssel ab – heute fahre ich mein
Lieblingsauto, den 980, eine E-Klasse mit allen Schikanen: Glasschiebedach,
Sitzheizung, elektrisch verstellbare Sitze, beheizbare Außenspiegel die auf
Knopfdruck zusammenklappen, Klima, Navi, verschiedene Luftkissen im Fahrersitz,
Becker Audiosystem mit CD-Wechsler, u.v.m. Bei dem Auto schlägt mein Männerherz
höher und schneller. Prärie-Cowboys hatten Pferde, Großstadtindianer (sollten)
besitzen reichlich Pferdestärken. Autos, Technik und Männer gehören zusammen
und nichts sollte sie jemals trennen. Das verstehen die Frauen nicht, sagen
zwar „Bumsschleuder“, „Penisverlängerung“ oder irgendetwas abschätziges zu
einem tollen und starken Auto, wünschen sich aber insgeheim dass der Prinz aus
ihren Träumen beim ersten Rendezvous nicht im verrosteten Fiat Panda sondern in
einem Porsche vorfährt, aussteigt, elegant um den Wagen schwebt und beim öffnen
der Beifahrertür sich ein roter Teppich entrollt. Je nachdem ob man männlich
oder weiblich ist, ist das Stoff aus einem Mädchen-Pferde-Roman oder endet als
Softporno im spätabendlichen Privatfernsehen. Mit solchem romantischen Mist
wachsen Generationen von Mädchen auf, leben ihr ganzes Leben ohne jeglichen
Sinn für die Realität, einer Traumvorstellung jagend und machen uns Männern mit
deren unverschämt hohen Erwartungen das Leben zur Hölle. Am Ende heiraten sie
irgendjemanden der sie zum Lachen bringt und versuchen ihr ganzes Leben lang
den armen Kerl zu verändern und ihn zu das zu machen was in ihrer Phantasie
schwebt. Irgendwann läuft der Kerl Amok, richtet ein Blutbad an und schafft es
sogar als Hauptthema in den Tagesthemen und ist wochenlang Gesprächsstoff in
sämtlichen Talkshows.
Wenn
sie es schaffen den Charakter des Kerls zu verändern und ihm zu das zu
machen was in deren Phantasie schwebt, ohne dass der Mann Amok läuft, lassen
sie ihn mit folgendem Satz sitzen: Du bist nicht mehr der Mann in dem ich mich
damals verliebt habe. Dann gibt’s ein Blutvergießen. Ein Blutblad gibt’s auch
wenn sie es nicht schaffen den Partner zu dem Wesen zu machen welches in ihrer
Phantasie schwebt und mit folgenden Wörtern verlassen: Du bist nicht der, der
meiner Vorstellung entspricht.
Sakis
Meinung zum Thema Autos und Technik ist: es sei der Dreiklang, die
Dreifaltigkeit, durch nichts zu erschüttern, durch nichts trennbar. Männer die
entweder nicht auf Technik oder Autos oder womöglich auf beides stehen sind
Luschen.
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