Ich
fahre um den Platz herum, biege in die Reichenbach ein und fahre vor zum Stand.
Dort stelle ich mich als zweiter hin. Drehe den Funk etwas lauter, öffne
sämtliche Fenster, zünde mir eine an und steige aus. Mann! Es schneit immer
noch wie verrückt und ich bin dabei mir die Schuhe dreckig zu machen.
»Zentrale
an alle: Grad eben hat uns ein Fax von den Verkehrsbetrieben erreicht. Sie
stellen den Betrieb auf Grund der schlechten Wetterverhältnisse bis auf
weiteres ein. Morgen früh wird es keine Fahrtaufträge von den Verkehrsbetrieben
geben!«
Oha!
Hätte ich doch mein Taxi vorhin vorm Revier stehen lassen und mit den Jungs
gehen sollen. Wenn die Verkehrsbetriebe den Dienst einstellen kann es nichts
Gutes für uns bedeuten. Wahrscheinlich wissen die ganz genau wie viel und wie
lange es noch schneien wird. Im Radio wurde nichts Konkretes erwähnt. Nur dass
es weiter schneien soll.
»Reichenbach!«
»Reichenbach!«
Was ist
los? Warum meldet sich der Erste nicht?
»Isartor!«
Oha! Er
geht zum nächsten Stand. Ich schnappe mir das Mikro und schreie rein:
»980
ist Reichenbach zwoter!«
»980
zur Eiche!«
»Zur
Eichel, danke!« Ich springe rein ins Auto, starte den Motor, fahre raus vom
Stand und sehe wie der Erste telefoniert. Fahre an ihm vorbei, schließe die
Fenster, fahre über die Kreuzung und halte vor der Eiche an. Als ich den Motor
ausmache und aussteigen möchte um bescheid zu sagen, kommen drei äußerst
hübsche und heitere Männer aus dem Gebäude und einer von denen ruft: »Juhuuuu!
Taaaaaxiiiiiii! Das sind wiiiiiir!!!!!« Da kann ich mir das Lachen nicht
verkneifen und antworte: »Juhuuuu! Kimmts nur heeeeerrrr!!!«
Die
drei schauen sich an, lachen, kommen zu mir und steigen ein. Einer gibt als
Fahrziel den Promenadeplatz, während ein Anderer, der auf dem Beifahrersitz
Platz genommen hat, mir schöne Augen macht fragt:
»Bist
Du einer von uns?«
»Nein, ich
bin von den Anderen!«
»Welche
Anderen?«
»Von
denen halt! Wer seid ihr?«
»Mir
san mir!« sagt einer von hinten.
»Und I
bin I, also von den Anderen. Verstehst?«
»Na!«
»Ganz
einfach: da ich nicht zu Euch gehöre, bin ich einer von den Anderen. Host mi?«
»Na!«
Darauf
fangen alle zum lachen an.
»Ich
heiße Frank. Bist Du ned schwul?« fragt mich der Typ der auf dem Beifahrersitz
sitzt.
»Hallo
Frank! Ich sage doch ich gehöre zu den Anderen!«
»Ach
wie schade! So ein süßer Kerl und ist eine Hete!«
»Das
habe ich nicht behauptet!« sage ich und zwinkere Frank zu. Und in dem Moment
biegen wir auch in die Pacelli ein.
»Bist
Du Bi?«
»Eher
Tri!«
»Bitte
was?«
»Hamma
in da Schui ned o’passt?«
»Tri?
Was soll denn des sei?«
»Du
kennst doch sicher die Serie ‚Sex and the city’, oder?«
»Ja, da
stehen alle Frauen drauf!«
»Eine
der Hauptdarstellerinnen heißt Samantha.«
»Ja
und?« unterbricht er mich.
»Sie sagte in einer Folge
folgendes: I’m a trysexual baby, I try everything once!«
»Ist ja
scharf!« sagen alle mit einem Mund. »Dich müssen wir unbedingt näher
kennenlernen!« sagt Frank, zwinkert mir zu und streichelt mir den rechten
Oberschenkel.
»Wir
sind da!« sage ich. Einer von denen zahlt und sie steigen aus. Frank schaut
mich mit einem traurigen Blick an und wird von den Anderen weggezogen.
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