Sonntag, 13. April 2014

Teil 26



Ich fahre um den Platz herum, biege in die Reichenbach ein und fahre vor zum Stand. Dort stelle ich mich als zweiter hin. Drehe den Funk etwas lauter, öffne sämtliche Fenster, zünde mir eine an und steige aus. Mann! Es schneit immer noch wie verrückt und ich bin dabei mir die Schuhe dreckig zu machen.
»Zentrale an alle: Grad eben hat uns ein Fax von den Verkehrsbetrieben erreicht. Sie stellen den Betrieb auf Grund der schlechten Wetterverhältnisse bis auf weiteres ein. Morgen früh wird es keine Fahrtaufträge von den Verkehrsbetrieben geben!«
Oha! Hätte ich doch mein Taxi vorhin vorm Revier stehen lassen und mit den Jungs gehen sollen. Wenn die Verkehrsbetriebe den Dienst einstellen kann es nichts Gutes für uns bedeuten. Wahrscheinlich wissen die ganz genau wie viel und wie lange es noch schneien wird. Im Radio wurde nichts Konkretes erwähnt. Nur dass es weiter schneien soll.
»Reichenbach!«
»Reichenbach!«
Was ist los? Warum meldet sich der Erste nicht?
»Isartor!«
Oha! Er geht zum nächsten Stand. Ich schnappe mir das Mikro und schreie rein:
»980 ist Reichenbach zwoter!«
»980 zur Eiche!«
»Zur Eichel, danke!« Ich springe rein ins Auto, starte den Motor, fahre raus vom Stand und sehe wie der Erste telefoniert. Fahre an ihm vorbei, schließe die Fenster, fahre über die Kreuzung und halte vor der Eiche an. Als ich den Motor ausmache und aussteigen möchte um bescheid zu sagen, kommen drei äußerst hübsche und heitere Männer aus dem Gebäude und einer von denen ruft: »Juhuuuu! Taaaaaxiiiiiii! Das sind wiiiiiir!!!!!« Da kann ich mir das Lachen nicht verkneifen und antworte: »Juhuuuu! Kimmts nur heeeeerrrr!!!«
Die drei schauen sich an, lachen, kommen zu mir und steigen ein. Einer gibt als Fahrziel den Promenadeplatz, während ein Anderer, der auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat, mir schöne Augen macht fragt:
»Bist Du einer von uns?«
»Nein, ich bin von den Anderen!«
»Welche Anderen?«
»Von denen halt! Wer seid ihr?«
»Mir san mir!« sagt einer von hinten.
»Und I bin I, also von den Anderen. Verstehst?«
»Na!«
»Ganz einfach: da ich nicht zu Euch gehöre, bin ich einer von den Anderen. Host mi?«
»Na!«
Darauf fangen alle zum lachen an.
»Ich heiße Frank. Bist Du ned schwul?« fragt mich der Typ der auf dem Beifahrersitz sitzt.
»Hallo Frank! Ich sage doch ich gehöre zu den Anderen!«
»Ach wie schade! So ein süßer Kerl und ist eine Hete!«
»Das habe ich nicht behauptet!« sage ich und zwinkere Frank zu. Und in dem Moment biegen wir auch in die Pacelli ein.
»Bist Du Bi?«
»Eher Tri!«
»Bitte was?«
»Hamma in da Schui ned o’passt?«
»Tri? Was soll denn des sei?«
»Du kennst doch sicher die Serie ‚Sex and the city’, oder?«
»Ja, da stehen alle Frauen drauf!«
»Eine der Hauptdarstellerinnen heißt Samantha.«
»Ja und?« unterbricht er mich.
»Sie sagte in einer Folge folgendes: I’m a trysexual baby, I try everything once!«
»Ist ja scharf!« sagen alle mit einem Mund. »Dich müssen wir unbedingt näher kennenlernen!« sagt Frank, zwinkert mir zu und streichelt mir den rechten Oberschenkel.
»Wir sind da!« sage ich. Einer von denen zahlt und sie steigen aus. Frank schaut mich mit einem traurigen Blick an und wird von den Anderen weggezogen.

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