Als ich
in die Weisenhaus rechts abbiegen möchte sehe ich wie jemand am Stand steht und
das Schwammerl bimmelt. Da ich zu faul bin umzudrehen um in den Stand hinein zu
fahren, bleibe ich gegenüber stehen und rufe durchs geöffnete Fenster:
»He!
Warten’S auf a Taxi?«
»Ja!«
»Gingar’S
her!«
Eine
junge Frau kommt die Straße rüber gerannt und steigt auf der Beifahrerseite
ein. Sie setzt sich rein, nimmt die Kapuze ihres Mantels runter, sieht mich an,
lächelt und sagt:
»Mei,
bist Du aber a jünger hübscher! Fahrst mi in die Pettenkofer?«
»Bist
krank?« frage ich sie in Anspielung an die diversen Kliniken in der Straße und
im Viertel.
»Ah geh!
Meine Eltern wohnen dort. An der Paul-Heyse rechts, schräg gegenüber der
Versicherungsgesellschaft.«
»Wennst
die Tür zumachst fahr i Di gern!«
Sie
schaut verlegen nach rechts und sieht dass die Beifahrertür immer noch offen
steht. Sie schließt sie, dreht ihren süßen Kopf zu mir, lächelt mich an und
fragt nach meinem Namen.
»I bin
die Anna, Anna-Maria!« Sagt sie.
»A N N
A, von vorne wie von hinten, Dein Name sei gesegnet, ich denk an Dich immer
wenn es regnet…« flüstere ich die Zeilen eines Liedes.
»Ha?«
»Maria!
Mutter Gottes. Grod richtig heit. Solltest Du nicht in den Wehen liegen und Dir
vor schmerzen die Seele aus dem Leib schreien?«
Maria
scheint es zu gefallen und lächelt noch verlegender als vorhin. Sie bewegt sich
auf dem Sitz hin und her und schaut mich die ganze Zeit lächelnd an. Hebt ihren
Arm und beginnt mit meiner Nikolausmütze, besser gesagt mit dem Zipfel der
Mütze, zu spielen. Oh Gott! Denke ich. Die Mütze habe ich total vergessen und sie
findet es bestimmt albern.
Ich
drehe verlegen meinen Kopf in ihre Richtung, schaue in ihre nussbraunen Augen
und sage:
»Du
findest es bestimmt albern, oder? Deswegen lachst Du auch so die ganze Zeit!«
»Nein,
nein! Ich wurde noch nie von einem so süßen Weihnachtsmann gefahren! Hast Du
keine Freundin die zu hause auf Dich wartet?«
»Na
leider ned!« Antworte ich seufzend und muss komischerweise an Ned Flanders
denken.
Jetzt
lächelt sie noch mehr und spielt weiter mit der Mütze. Dann sagt sie:
»Du
hast es aber warm hier drin!« Sie schnallt sich ab und zieht langsam ihren
Mantel aus. Das strahlt Sex aus! Mein Gedanke ist: Ist sie betrunken, auf
Drogen oder Notgeil? Ich verkneife mir die Frage und sage nur: »Fühl Dich ganz
wie zu hause! I ko aber a d’ Heizung runterdrehen wennst mogst.«
Sie
schüttelt den Kopf und sagt: »Passt scho! Nicht dass Du dich erkältest…«
Komisches
Früchtchen. Dass ich öfters angemacht werde ist normal. Dass ich nach meiner
Telefonnummer gefragt werde auch. Aber die hier scheint richtig wild zu sein.
Dann
fährt sie mit ihrer Hand ihr linkes Bein runter, hebt es und sagt: »Oh! Ich
habe eine Laufmasche!«
Sie
stellt beide Beine aufs Armaturenbrett, ich schaue gespannt zu und frage mich
was das werden soll wenn’s fertig ist. Sie öffnet die Reißverschlüsse ihrer
Stiefel, zieht beide aus, stellt sie auf dem Boden hin, fährt noch mal mit den
Händen über ihre Beine, zieht sie zu sich an, dreht sich zu mir um und streckt
mir ihr rechtes Bein entgegen und sagt: »Oh! Ich trage überhaupt keine
Strumpfhose!«
Ehe ich
mich versehe habe ich ihren Unterschenkel vor mein Gesicht und ich beiße
geistesgegenwärtig zu. Sie zieht ihr Bein wieder zurück und sagt: »Schlimmer
Junge! Jetzt musst Du für diese Tat bestraft werden!«
»Ha?
Bist Du etwa eine Domina? Holst Du jetzt die Peitsche raus?«
Sie
lehnt sich gegen die Beifahrertür und streichelt mir den rechten Arm mit dem
Fuß, fährt rauf bis zum Ohr und wieder
runter und legt ihr anderes Bein auf meinem Schoß. Ich streichle automatisch
ihren Fuß und ihr Bein, schaue nach oben und denke: »Danke oh Herr! Danke
vielmals für dieses schöne Geschenk! Ich weiß nicht, ob oder womit ich es verdient
habe, aber danke, danke, danke!«
Als wir
Paul-Heyse Ecke Landwehr sind befielt sie mir rechts Richtung Kirche zu fahren
und dort zu parken. An einer dunklen Ecke finde ich eine Lücke und fahre rein.
Kaum schalte ich den Motor aus kniet sie sich auf dem Beifahrersitz, zieht mich
zu sich rüber und beginnt uns beide auszuziehen. Zuerst meinen Mantel, dann
mein Sakko gefolgt von ihrer Bluse und Rock. Darunter verbergen sich schwarze
Reizwäsche und ein Höschen das ihre Pobacken sanft umfasst. Sie greift zwischen
meine Beine unterm Fahrersitz, zieht am Hebel und ich rutsche mit dem ganzen
Sitz nach hinten. Dann steigt sie auf meinem Schoß und fängt an mich wild zu
küssen. Ihre Hände wandern überall hin und es kribbelt unheimlich in mir. Auf
einmal zieht sie ihren Oberkörper zurück, schaut mich an und fragt wie man die
Rückenlehne runter machen kann. Dann kommt mir ein Gedanke wie ein Blitz ins
Hirn geschossen:
»Mist!
Die Reklame!«
»Welche
Reklame?«
»Das
Taxischild auf dem Dach!«
»Was
ist damit?«
»Es
muss runter!«
»Warum?
Kann es nicht warten?«
»Toni,
mein Lehrer in der Taxischule, sagte, dass man auf gar keinen Fall Sex mit dem
Taxischild auf dem Dach haben darf. Ein Taxi ist ein öffentliches
Verkehrsmittel und man kann wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angezeigt
werden. Deswegen muss das Ding runter.«
Ich
hebe sie mit meinen starken und durchtrainierten Armen und setze sie auf dem
Beifahrersitz. Richte mich auf, öffne die Tür, nehme das Dachschild runter,
werfe es auf dem Rücksitz und schließe wieder die Tür.
»So
jetzt sind wir kein öffentliches Verkehrsmittel mehr und können fortfahren!«
»Mei
diese Bürokratie!« seufzt sie mit einem ironischen Unterton.
Sie
setzt sich wieder auf mich, beginnt mich sofort zu küssen, streichelt mich und
ich spüre ihre Hände überall auf meinem Körper. Ich fasse sie am Po und wandere
langsam ihren Rücken hoch, greife mit der einen Hand in ihre Haare und mit der
anderen an ihre Pobacken und wandere runter zu den Beinen. Sie öffnet mir das
Hemd und streichelt und küsst meinen Oberkörper, dann öffnet sie den Gürtel und
zieht mir die Hose aus. Ich öffne ihren BH und es kommen zwei liebliche Brüste
zum Vorschein. Ihre Brustwarzen sind hart und scheinen wie Knospen einer Blume
im Frühjahr zu sein, kurz davor aufzusprießen. Sie packt meinen Kopf und zieht
ihn zu sich zu ihrer Brust. Dann lehnt sie sich gegen das Lenkrad, zieht ihre
Beine nach vorne zu mir, setzt sich auf meine Schenkel, nimmt meine Hände und
führt sie zu ihren Höschen. Mit einem hocherotischen Blick scheint sie mir
sagen wollen, dass ich ihr das Höschen ausziehen soll. Genau das mache ich
auch. Langsam streife ich es runter und enthülle eine komplett rasierte Vulva.
Ich hebe ihre Beine und liebkose sie zart, arbeite mich vor zum Epizentrum
ihres Körpers und versenke meinen Kopf tief zwischen ihre Beine. Sie stöhnt vor
Leidenschaft und kratzt mich am Rücken. Ich sauge immer mehr und immer heftiger,
wobei sie mich immer mehr kratzt und anfängt mit dem Kopf zu wirbeln und sie
stöhnt dabei immer lauter und in immer kürzeren Abständen. Dann wirft sie mich
zurück, schaut mich für einen Moment an, fährt mit ihren Füßen über meinen
Oberkörper und mein Gesicht, lächelt lasziv, ihre Zehen spielen mit meinen
Lippen und sie möchte dass ich ihr die Fußsohlen liebkose. Dann legt sie sich
auf mich und ihre rechte Hand wandert in Richtung Becken. Sie zieht mir die
Boxershorts aus, schaut auf meinem prallen Zauberstab, streichelt ihn, nimmt
ihn in den Mund, richtet sich dann auf, nimmt ein Kondom aus ihrer Tasche,
stülpt es über und führt meine Wünschelrute in sich hinein. Ich drehe die Musik
etwas lauter. Aus dem Radio ertönt Bon Jovis ‚These Days’.
»Dreh
lauter!« sagt sie, »ich liebe Bon Jovi!«
»Living in sin würde jetzt besser zur
Situation passen!« sage ich.
»Warum?«
»Ja,
ist es keine Sünde vorm Gotteshaus Geschlechtsverkehr in einem Taxi zu
praktizieren?«
Sie
lächelt und bewegt sich im Rhythmus der Musik.
“These days – the stars are out of reach
These days – there ain’t a ladder on these streets
These days – are fast, love don’t last in this graceless age
There ain’t nobody left but us these days”
Leise
summt sie die Melodie mit. Summt sie wirklich oder ist es Einbildung? Mehrere
Gedanken schießen mir durch den Kopf. Obwohl ich es sehr genieße, habe ich
Zweifel und Schuldgefühle Sophie gegenüber. Kann man, darf man oder sollte man
Schuldgefühle haben? Sind es Warnvorstellungen? Visionen? Visionen wie sie
Jesus in der Wüste hatte? Oder wie sie Jim Morrison und seine Bandkollegen von
der Gruppe The Doors in der Wüste hatten als sie zu viel Meskalin konsumierten?
Jim sah seinen Vater, seine Kindheit, Tote, Verletzte, eine Eidechse, eine
Schlange und schrieb danach das apokalyptische Meisterwerk The End.
“This is the end
Beautiful friend
This is the end
My only friend, the end
…
I’ll never look into your eyes...again”
Beautiful friend
This is the end
My only friend, the end
…
I’ll never look into your eyes...again”
Werde
ich vom Teufel auf die Probe gestellt?
“Can you picture what will be
So limitless and free…”
So limitless and free…”
Was
passiert hier eigentlich? Wo bin ich? Wer ist Maria? Wer hat sie geschickt? Gott? Der Teufel? Was macht sie
hier? Will sie dass ich sündige? Ist sie der
Apfel in dem ich reinbeiße? Werde ich des Paradieses verwiesen? Komme ich dafür
in die Hölle? Wenn ja, wie schaut sie aus? Heiß, rot und feurig wie sie öfters
im Fernsehen zu sehen ist, oder wie Saki meint, ein kalter und einsamer Ort an
den man aus Langeweile stirbt? Ist es Zufall dass wir es vorm Gotteshaus
treiben oder Provokation? Soll ich mich
gehen lassen und es genießen? Oder doch
„Stopp!“ sagen und sie raus schmeißen?
“There’s danger on the edge of
town
Ride the kings highway, baby
Weird scenes inside the gold mine
Ride the highway west, baby”
Ride the kings highway, baby
Weird scenes inside the gold mine
Ride the highway west, baby”
Ich bin
nicht mehr Herr der Lage, ich lasse alles geschehen.
“Father, yes son, I want to
kill you
Mother...I want to...fuck you!”
Mother...I want to...fuck you!”
Soll es
wirklich geschehen oder sollte ich doch eher nein sagen und Maria in die Wüste
schicken? Ist Maria eine Abgesandte Maria Magdalenas? Eine Hure? Eine listige
die mich vom rechten Weg abbringen möchte? Ist Maria womöglich eine Versuchung
der ich widerstehen sollte?
“It hurts to set you free
But you’ll never follow me
The end of laughter and soft lies
The end of nights we tried to die
This is the end!”
But you’ll never follow me
The end of laughter and soft lies
The end of nights we tried to die
This is the end!”
Sophie
hat mich vor ein paar Wochen verlassen und seitdem habe ich nichts mehr von ihr
gehört. Kommen die Schuldgefühle daher dass sie mir unendlich fehlt? Ist sie
noch am überlegen ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat? Gibt es eine
Fortsetzung der Beziehung?
Ich
schließe die Augen, lasse Maria machen und vertiefe mich in ihr Schnaufen und
Stöhnen und Bon Jovis Gesang und Musik. Alles um mich herum scheint weit
entfernt und belanglos zu sein. Die Kälte draußen scheint fortgespült,
weggeweht. Eine Harmonie, ein Einklang mit der Situation, der Musik und mir
selbst. Und Maria auf mir die alles gibt.
Danke
Oh Herr! Danke für dieses wunderbare Weihnachtsgeschenk! Womit habe ich das
verdient?
Maria
zappelt und bewegt sich schneller und schneller. Immer heftiger werden ihre
Bewegungen und ihr stöhnen. Schweiß perlt ihren sanften Körper herunter. Ich
fasse sie an ihren süßen Hintern und führe sie. Sie nimmt mir die Nikolausmütze
vom Kopf und wirft sie nach hinten. Greift in meine Haare, bringt sie
durcheinander und bewegt sich mit starken heftigen Bewegungen zu You could be mine von Guns’n’Roses. Sie
flüstert etwas was ich nicht verstehe und während ich meine Augen öffne und die
beschlagenen Fenster sehe komme ich mir vor wie Leonardo DiCaprio der es mit
Kate Winslet in einem Auto in der Garage der ‚Titanic’ treibt. Kaum ist das
Lied zu ende, kommen auch wir dem Ende entgegen.
Ich
fühle mich wie der „Lizard King, who can do anything“. Bin ich vielleicht
einer? Jedenfalls fühle ich mich stark, königlich, frei, phantastisch! Meine
Gefühle fahren Achterbahn. Ich weiß gar nicht mehr wie ich mich fühlen soll.
Soll ich weinen oder lachen? Soll ich trauern oder jubeln?
Maria
legt sich schlaff auf mich, legt ihren Kopf seitlich auf meinem Arm, küsst mich
auf die Wange, winkelt ihre Beine an und schließt die Augen. Ich streichle ihr
die Haare und fahre mit der Hand über ihren schweißgebadeten Körper. Vom Hals
über die Schultern, die Brust, das Becken, den Po, die Oberschenkel bis zu den
Füßen. Wie ein Baby liegt sie friedlich auf mir und sagt nichts. Ich
beschnuppere den Duft ihrer Haut, die Mischung aus Parfum und Schweiß ist
aufreizend, aufregend, aufgeilend. Wenn es draußen nicht schneien würde, würde
ich denken wir wären jetzt in irgendeinen Bungalow in Südostasien und machten
Urlaub zu zweit. Weit weg von allen Sorgen, weit weg von den Freunden, den
Verwandten, der Arbeit. Nur wir beide, Maria und ich, sonst keiner. Keiner der
diesen Frieden stören könnte.
In
diesem Moment erklingen zarte Indische Töne und die weiche Stimme von Verenice
aus dem Radio, die mich und meine Gedanken auf die Reise schicken. Eine Reise
ins Ungewisse, raus in die weite Welt hinaus. Eine Reise ohne Wiederkehr. Eine
Reise in die Hoffnung und Wünsche.
I breathed your breath, now it is ours”
Wie sehr wäre ich jetzt am anderen
Ende der Welt!
that has taken the shape of you….. Jaanu”
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